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Undine Syndrom - Keinen eigenen Atemreflex - Pulmo...

Dr. ...
Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin
Bewertung:


Undine Syndrom - Keinen eigenen Atemreflex - Pulmonologie

Ich habe einen Patienten im mittleren Alter, der seit 17 Jahren - laut meiner Diagnose - unter einem schwergradigen Udine - Syndrom leidet. Der Patient hat offenbar wenig Atemantrieb, muß sich ständig aktiv auf seine Atmung konzentrieren! Hyperventiliert dabei aber nicht. Aber hat ständig Angst zu sterben, wenn er nicht atmet! Schlafen in der Nacht geht! Klinisch wurden schon alle möglichen und unmöglichen Untersuchungen durchgeführt, so Ausschluß Bulbärparalyse, Lumbalpunktionen, Schlafapnoesyndrom usw.! Psychotherapie bekommt er, aber sein Therapeut findet Ihn psychisch gar nicht so "unnormal". Weiß jemand mehr über diese Erkrankung? Und wie kann ich meinem Patienten besser helfen?

Diskussion

8 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 90 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

UNDINE - Syndrom -- meine ich natürlich!
Leider kann ich meinen ursprünglichen Text nicht verändern!

UNDINE - so eine germanische Legende - belegte Ihren Ehemann, weil er ihr untreu wurde, mit einem Fluch, der ihm die autonome Atmungskontrolle nahm!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Hallo!

Klingt sehr interessant! Hier mal kurz der Link zum hochwissenschaftlichen wikipedia... : http://de.wikipedia.org/wiki/Undine-Syndrom

Da steht auszugsweise: "Die Atemantwort eines Kindes mit Undine-Syndrom auf eine niedrige Sauerstoffsättigung des Blutes (Hypoxie) und/oder einen Kohlendioxidanstieg im Blut (Hyperkapnie) ist typischerweise im Wachzustand eingeschränkt, aber oft noch ausreichend vorhanden. Im Schlaf oder bei zusätzlichen Erkrankungen kommt es in unterschiedlichem Ausmaß zur weiteren Verringerung dieser notwendigen Atemantwort, sodass diese Kinder zumindest während des Schlafes beatmet werden müssen."

Bei Ihrem Patienten verhält es sich ja just andersherum

Demnach wäre es auch eigentlich angeboren.

Acuh bei Pubmed finden sich nur Studie zu einem angeborenen "Ondine syndrom", zB:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16584036
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16266618

Der zweite Beitrag da ist ein review zur Diagnose - vielleicht können Sie ja an das Journal gelangen.

Irgendwie finde ich, klingt das ganze dennoch ein bischen nach Angststörung. Vielleicht doch noch mal den Psychotherapeuten wechseln? Falls es bisher ein Tiefenpsycholge war - die finden manchmal nix, weil Angststörungen auch "erlernt" sein können, und gar nicht unbedingt auf tiefsten Konflikten beruhen. In einem solchen Falle wäre Verhaltenstherapie angebrachter.

Vielleicht wissen unsere Kollegen aus der Psychotherapie weiteren Rat? Ich bin da leider auch nur Laie...

Viel Erfolg weiterhin!!!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

ich denke bei der Beschreibung znächst einmal an ein Pickwick.
Könnten wir ein paar zusätzliche klinische Befunde bekommen? Gruß!

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Hier wäre ein Versuch mit moderner Hypnose ratsam (falls kein z. B. Pickwick-Syndrom mit 150kg vorliegt, wie vom Kollegen erwähnt). Es könnte irgendeine tückische tiefenpsychologische Störung sein. Häufig reicht hier eine einzige 1 Stunden-Behandlung mit einem völlig unbewußten Verfahren, z. B. SILERLEK nach Götz Renartz, zur Heilung(www.renartz.de). Er kann sich auch bei mir melden, ich mache das regelmäßig (Tel.06226-970123 Fax 42531).

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Anästhesiologie

Undine-Syndrom ist sehr unwahrscheinlich. Ich kenne eine Familie mit einem Mädchen, das seit der Geburt in den Schlafphasen beatmet wird, weil die Atemregulation ja besonders im Schlafzustand ausfällt. Das Kind wird regelmäßig in der Med. Hochschule Hannover betreut, die wohl die meisten Erfahrungen mit Undine-Syndrom in Deutschland hat. Bei Interesse könnte evtl. die email dieser Familie weitergegeben werden.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Homöopathie, Naturheilkunde

Opium in der C200 (einmalig) als homöopathisches Mittel hilft gut, wenn es eine Schock- oder Schreckanamnese gibt.

Dr. ...Dr. ...
FA für Pathologie

Ein Undine-Syndrom in diesem Alter ? Klingt für mich auch nicht so wahrscheinlich.... Es kann ja eine autonome Funktionsstörung vorliegen, die dann sekundär zur Angstproblematik ausgeweitet wird. Ich erlebe dies z.B. auch bei ADHS-Patienten, die eine besondere Empfindlichkeit im vegetativen Bereich haben und dann recht schnell Fehlkonditionierungen aufweisen. Ich würde ehrlich gesagt am ehesten mit EMDR rangehen....

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Da die Atmung während des Schlafes funktioniert, also sehr wohl autonom, d.h. unwillkürlich, und, wie der Autor schreibt, eine Angstsymptomatik besteht, scheint es mir doch eine Somatisierung zu sein (ICD-10 GM): F45.33V = Atemneurose.
Therapievorschlag:
Der Patient hat erklärtermaßen Angst vor dem Sterben.
Das scheint mir der Knackpunkt zu sein, und meine
Antwort kann nur sein: Glaubt er an einen Gott, der ihn
schuf und zu dem er gehen wird, und an den Gerechten, der seine Schuld schon gesühnt hat? All den Kollegen, die
sich noch mit dem politisch korrekten Atheismus schmücken,
empfehle ich in diesem Zusammenhang, Heinrich Heine's
Geständnisse zu lesen.
Mit freundlichen, kollegialen Grüßen

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Pulmologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Pathologie

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
undine syndrom, fehlender atemreflex, fehlender atemantrieb, konzentrieren auf die atmung

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23