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Sekundäre Arthrose Grad 4 nach offener Meniskektom...

Dr. ...
Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie
Bewertung:


Sekundäre Arthrose Grad 4 nach offener Meniskektomie vor 20 Jahren. Ist eine Umstellungsosteotomie notwendig?

Eine jetzt 41 Frau (meine Schwester) erlitt vor mehr als 20 Jahren einen Sportunfall. Es wurde eine offene Menisektomie am li Knie vorgenommen. Über die Jahre hinweg hat sich eine schwere Athrose entwickelt, die symptomatisch ist( Schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Schwellung, Achsenfehlstellung, NSAR Bedarf) Jetzt ist von orthopädischer Seite eine diagnostische Arthroskopie vor geplanter Umstellungsosteotomie vorgesehen? Gäbe es Alternativen, z.B. Teilendoprothese?
Wie könnte das Pocedere aussehen? Welche Klinik hat damit gute Resultate erzielen können?

Abstimmungsergebnis

Schwere sekundäre Gonarthose mit Achsenfehlstellung bei seonst gesunder 40 j Frau- wie behandeln?

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Diskussion

8 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 78 Ärzte verfolgen diese Diskussion
3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Es kommt auf den radiologischen (wirklich 4. Grades?, wieviel Kompartimente - medial, lateral, retropatellar - sind betroffen?), klinischen (Z.n. medialer oder lateraler Meniskektomie, Grad der Achsabweichung, Funktion, Stabilität) und arthroskopischen Befund (noch intakte Strukturen bei radiologisch intakter Knochenstruktur in einem Kompartiment) an, ob eine Totalendoprothese mit oder ohne Achskorrektur oder eine Hemiprothese ausreichend ist. Eine alleinige Umstellungsosteotomie ohne Oberflächenersatz kommt bei Arthrose 4. Grades nicht in Betracht. Jeder gewissenhafte Orthopäde wird auf diesem Wege zu einer Entscheidung kommen. Erfahrung mit Hemiprothesenimplantationen liegen in nahezu jeder größeren orthopädisch-chirurgisch-tätigen Klinik (mehrere Orthopäden vor Ort, die Endoprothesen implantieren) seit einigen Jahren vor.
PS: Entsprechende physiotherapeutische Behandlungen nach oder ohne Arthroskopie kann den definitiven operativen Eingriff etwas hinausschieben, wird ihn höchstwahrscheinlich jedoch nicht verhindern können. Die Funktion wird sich voraussichtlich bei dieser sekundären, einseitigen Achsabweichung innerhalb kurzer Zeit wesentlich verschlechtern und damit die Lebensqualität.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie

Frau oder Herr Hilde- erst einmal vielen Dank für das schnelle und m.e. sorgfältige feed back. Meine Schwester hat all ihre Befunde gesammelt. Ich werde in den nächsten tagen meine frage noch einmal diesbezüglich konkretisieren.

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Die Antwort des/der Kollegen-in Hilde ist sehr vernünftig und entspricht der Warheit. Ein gewissenhafter Kollege wird aus der difizilen Untersuchung und Beurteillung der Rö-Bilder zu dem für die Patientinm vernünftigen Vorschlag kommen. Eine Arthroscopie bei Kondylenglatze ist sicherlich
nur für den Kollegen wirksam.

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

"Hilde" hat alles richtig gesagt. Vor 15 Jahren hätte man die Teilendoprothese noch stringender gegenüber einer TEP vorgezogen, um Zeit zu überbrücken. Heute kann man bei günstigen allgemeinen Voraussetzungen auch gleich zur TEP raten.

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Den Kommentaren kann beigepflichtet werden. Bei dem erwähnten Befund macht Teilprothese keinen Sinn. Achasabweichung ist kontraindiziert! Empfehle alles auszunützen, um Zeit zu gewinnen, Gelenktoilette o.ä., ggf dann bikon.TEP zu implantieren, gibt mittelfristig die besten Ergebnisse, da dadurch Achsabweichung gleich mitkorrigiert werden kann.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Ohne Kentnisse der detailierten Symptomatologie und radiolog.
Veränderungen ( Graduierung Grad IV : nach Symptomen und/oder nach Rö.-Veränderungen? )ist fast unverantwortlich eine "Fern"-
Indikation zu stellen für OP ja/nein, Umstellung ja/nein, konservative Ther. ja/nein, usw.
Alter der Pat. spricht eher gegen eine Vollprothese.
Arthrosegrad IV (wenn es stimmt!) für eine bicond.Oberflächenersatz.
Achsenfehlstellung plus Alter für Achsenkorrektion=Umstellung.
Wenn andere Kompartement des Gelenkes ohne deg. Veränderung
voll belastbar, dann könnte auch Schlittenprothese ( med./o. lat ) in Frage kommen.
Zum Arthroskopie: Nutzen-Risiko Abwägung aus Sicht und im Interesse der Patientin.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Die Vorschläge sind allesamt vernünftig, die AS wäre nur von Vorteil, um den Status des anderen Kompartiments zu beurteilen. Falls trotz Achsveränderung sich durch zusätzliches Weichteilrelease das Knie in vollem Bewegunsausmaß wie die Gegenseite mobilisieren ließe, könnte man z.B. ein Repicci-Knie (monocondylärer dünner Schlitten)einsetzen. Mit dem "Minimal-Endoprothesen-Eingriff" gewinnt man Zeit, manchmal bis zu 15 Jahren. Ich selbst habe nach Trauma als 11 Jähriger (ACL-Ruptur, med. Tibiakopf-#, Aitken 1 dist. Femur, IM-Ruptur) nach konservativer Behandlung eine massive Gonarthrose entwickelt, die nach AS 2003 (53 jährig) ein Empyem und zwei total condylar Endoprothesen nach sich zog. Insgesamt 13 Ops. Nach meiner Erfahrung des Super-GAUs jederzeit dennoch diagn AS und evtl. Uni-Schlitten. Eine mir angebotene A'dese des Knies habe ich gottseidank abgelehnt. Selbst eine sportliche Belastung im Tanzkreis mit hohem Niveau wird problemlos toleriert. Eine Umstellung macht hier keinen Sinn mehr. Wenn der Tilt sich verändert, dann auch die Scherkräfte. Nicht unbedingt geeignet für Normendoprothesen ohne Tiltausgleichsmöglichkeit. Falls Interesse zur weiteren Diskussion besteht, gern. (bin selbst Orthopäde und Arthroskopiker)
mfg

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie

meine schwester wurde erfolgreich operiert, die achsenabweichung ist korrigiert, sie läuft besser als zuvor und hat bedeutend weniger schmerzen..und 10 kg an gewicht reduzieren können:)

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Sehr geehrter Herr Böhm,

es freut mich, dass es Ihrer Schwester gut geht.

Alles Gute auch für Sie.

S.Brunner (Hilde)

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie

Noch einmal vielen Dank an alle Kollegen, die sich mit den Beiträgen beteiligt haben. Ich sehe die "Patientin" Ende des Jahres und werde Fotos machen dürfen. Den OP Bericht werde ich ins Netz stellen, wenn es interessiert?

Th. Böhm

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Orthopädie und Unfallchirurgie, Schmerztherapie

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
umstellungsosteotomie bei schw, gonarthose mit fehlstellung be

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23