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Occultes Blut bei Hämorrhoiden

Dr. ...
Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin
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Occultes Blut bei Hämorrhoiden

Ist eine Testung auf occultes Blut im Stuhl bei Hämorrhoiden oder bei Fe-Gabe noch aussagekräftig?

Diskussion

8 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 73 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Aus der Überlegung heraus, daß der normale Stuhl-Test auf occultes Blut einen chemischen Fe-Nachweis bestätigt, sollte der Test sowohl bei floriden Reizzuständen im Hämorrhoidalbereich, bei oraler Fe-Gabe, wie auch bei Mund-u. magenschleimhaut und Zahnfleisch-Blutungen zunächst unterbleiben und hinausgeschoben werden. Auch höhere Vit. C-Einnahmen verfälschen denTest. Um dem Problem der Hämorrhoidalblutungen nicht aufzusitzen und eine gewisse Sicherheit vor maligner Ursache zu haben, bleibt doch nur übrig in Abständen von ca. 3 Jahren eine endoskopische Kontrolle des Dickdarmes durchzuführen. Im Übrigen ist auch der inzwischen angebotene Human-Eiweß-Test nicht so wesentlich sicherer.
Discender

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Ich dachte, dass Haemocult Peroxidase nachweist und nicht Fe. Stimmt as nicht?

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Bei dem sog. Guajak-Test (HAEMOCCULT-, HEMOFEC-Test) enthält das Testpapier als Indikator Gujak-Harz mit phenolischer Gujaksäure, die durch Wasserstoffperoxid zu einem hochkonjugierten Chinon oxidiert und je nach Anwesenheit von Hämoglobin (fungiert als Pseudoperoxidase) einem Farbwechsel von weiß nach blau unterliegt. Positiv reagiert der Test bei Überschreiten der mittleren Erythrozyten-Absonderung des Verdauungstraktes um das 2-3-fache. Falsch positive Reaktionen können bei Verzehr von rohem Fleisch, von Peroxidase-haltigen Gemüsen (z.B. Blumenkohl, Rettich), bei mikroblutungen aus dem oberen GI-Trakt, bei Blutungen von Zahnfleisch u.Hämorrhoiden auftreten. Falsch negative Reaktionen bei Vit.C Einnahme > 500 mg/Tag bzw. bei Verzehr von Vit.C-haltigem rohem Obst u. Gemüse. Ob eine orale Eisen-Substitution nicht zu einem falsch positiven Ergebnis führt, wird diskutiert, könnte jedoch aufgrund der chemischen Reaktionen ohne Auswirkung bleiben. Die Ausführungen bestätigen, die Anmerkung der/des Kollegin/Kollegen "epple" daß hier die Peroxidase-Aktivität ausschlaggebend ist und nicht ein chemischer Fe-Nachweis.
Discender

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Ab 50 oder 55 alle drei Jahre eine Koloskopie , macht so 8-10 Koloskopien bis zum Lebensende....wer macht so was?Der discender selbst??...und welche Volkswirtschaft will das bezahlen? " Igelleistung"? Tja, dann würden die Stichhaltigkeit dieser " Prophylaxe" mal sicher intensiver hinterfragt werden.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin

Positiver HC-Test ist an den Nachweis von Hb gefunden,das ja erst aus zerstörten Erys frei wird.Eine Häm blutung stellt idR eine frische Blutung mit intakten Erys dar.
Dh: bei positivem HC Test MUSS eine höhergelegene Blutungsquelle ausgeschlossen werden.Auch die Ktr der HC Teste bis zum negativen Ergebnis ist bei 1x positivem Befund falsch.
Leider in der gastroent.Praxis immer wieder erlebt mit z.t. fatalen Folgen ,d.h. zu spät erkanntem Kolorectalen Carcinomen

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Dem Letzten ist voll zuzustimmen. Allerdings nur dann, wenn Hämorrhoiden sicher sklerosiert sind. Da sie mit 99 % die wahrscheinlichste Bltungsquelle sind, ist es wirtschaftlich, zunächst zu sklerosieren, und dann den Test zu wiederholen, vor allem wenn gerade erst,z.B. vor 2 Jahren koloskopiert wurde.

Dr. ...Dr. ...
FA für Urologie

Also die Abklärung eines positiven HOCC-Testes mittels Endoskopie halte ich für selbstversändlich.

Oftmals führen Patienten auf eigne Kosten nach der Vorsorgekoloskopie ab dem 55. Lebensjahr diesen Test noch zusätzlich durch.
Nun soll ja bei unauffälligem Koloskopiebefund 10 Jahre lang kein Verdacht für ein colorektales Ca bestehen.

Was empfiehlt der Gastroenterologe in solchen Fällen? Nochmals alles endoskopieren?

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

1. An die 10 Jahres Regel hält sich sowieso kein deutscher Endoskopiker. Durchweg beobachte ich, daß auch bei unauffälligem Befund nach 5 Jahren wieder einbestellt wird.
2. Wie gesagt, transanale Blutungen beruhen zu 99% auf einem Hämorrhoidalleiden. Natürlich gibt es auch blutende Proktitiden.
3.Will man die Kosten der Gesundheitsfürsorge für unsere Kinder noch erschwinglich halten, empfiehlt es sich bei positivem Hämoccult-Test nach unauffälliger Koloskopie zu rektoskopieren, Hämorrhoiden zu sklerosieren und evtl. Proktitiden zu behandeln und den Hämoccult-Test zu wiederholen.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Der Hämoccult-Test ist nicht mehr zeitgemäß! Sollte er, aus welchen Gründen auch immer, trotzdem durchgeführt werden und ist positiv, so muß Koloskopiert werden. Ist der Hämoccult-Test jedoch unaffällig, sagt die überhaupt ncits aus. Im Gegenteil, der Pat. fühlt sich in falscher Sicherheit. Kleine Karzinome unter 10 mm (und genau diese wollen wir doch erkennen und endoskopisch entfernen) werden duch den Hämoccult (auch durch die immunologische Tests) nur zu 50% oder weniger erfasst.
Die Zeitabstände von routinemäßigen Kolskopievorsorgeuntersuchungen sollten individuell an das Risikoprofil des Patienten (Faminienanamnes bez. Kolonkarzinome, Polypen usw.).

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Der Hämoccult-Test ist nicht mehr zeitgemäß! Sollte er, aus welchen Gründen auch immer, trotzdem durchgeführt werden und ist positiv, so muß Koloskopiert werden. Ist der Hämoccult-Test jedoch unaffällig, sagt die überhaupt ncits aus. Im Gegenteil, der Pat. fühlt sich in falscher Sicherheit. Kleine Karzinome unter 10 mm (und genau diese wollen wir doch erkennen und endoskopisch entfernen) werden duch den Hämoccult (auch durch die immunologische Tests) nur zu 50% oder weniger erfasst.
Die Zeitabstände von routinemäßigen Kolskopievorsorgeuntersuchungen sollten individuell an das Risikoprofil des Patienten (Faminienanamnes bez. Kolonkarzinome, Polypen usw.).

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Der Hämoccult-Test ist nicht mehr zeitgemäß! Sollte er, aus welchen Gründen auch immer, trotzdem durchgeführt werden und ist positiv, so muß Koloskopiert werden. Ist der Hämoccult-Test jedoch unaffällig, sagt die überhaupt ncits aus. Im Gegenteil, der Pat. fühlt sich in falscher Sicherheit. Kleine Karzinome unter 10 mm (und genau diese wollen wir doch erkennen und endoskopisch entfernen) werden duch den Hämoccult (auch durch die immunologische Tests) nur zu 50% oder weniger erfasst.
Die Zeitabstände von routinemäßigen Kolskopievorsorgeuntersuchungen sollten individuell an das Risikoprofil des Patienten (Faminienanamnes bez. Kolonkarzinome, Polypen usw.).

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

... angepasst werden!

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

....und nicht an den Kontostand des Endoskopikers, wie wahr.
Sieben Jahre lang haben sich amerikanische Gastroenterologen in den 90-iger Jahren die Mühe gemacht, herauszubekommen, welche Abstände sinnvoll sind. Es gelten 10 Jahre bei unauffälligem Befund und 5 Jahre nach polypektomierten Adenome und bei positiver Familienanamnese. In der BRD wwerden diese Abstände auf häufig auf 2-3 Jahre verkürzt und hyperplastische Polypen einfach mit Adenomen gleichgesetzt.Und Burda wirbt via TV für Koloskopien bei 30-40-Jährigen.............

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie, Proktologie

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
occultes blut, fe-gabe, hämorrhoiden

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04