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MTX postoperativ - Verzögerung der Wundheilung?

Dr. ...
Dr. ...
Intensivmedizin, Notfallmedizin
Bewertung:


MTX postoperativ - Verzögerung der Wundheilung?

Sehr geehrte Kollegen,
Eine 50 jährige Patientin mit rheumatoider Arthritis, unter MTX 1x wöchentlich keine weiteren Schübe, bekam bei uns eine OSG-Tep.
Kann es durch postoperative Gabe von MTX zu Wundheilungsstörungen kommen?
Hat jemand mit solchen Fällen Erfahrung?
Über einen Kommentar würde ich mich freuen.

Diskussion

5 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 87 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Hallo Herr Dr. Schultze! Aus eigener Erfahrung kann ich leider auch nicht berichten, aber jedoch von der Erfahrung von Kollegen aus Bochum zehren: "...Gelegentlich können Schleimhautgeschwüre (z. B. im Mund, Magen und Darm), Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Störung der Blutbildung und Wundheilung auftreten." Aus "Leitlinie Methotrexat" unter : http://www.derma.de/bochum_old/Science_On ... tm />
Auf dieser Website wird die Erfahrung wiederholt:
http://www.lupus-live.de/die_krankhei ... tm />
Schon komisch, daß die Rote Liste kein Wort darüber verliert. Mich würde ja sehr auch die Antwort von chirurgischen Kollegen interessieren. Viele Grüße!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Intensivmedizin, Notfallmedizin

Hallo Kollege Wiesner,
Vielen Dank für die Links!
Leider hat noch kein chirurgischer Kollege diesen Beitrag kommentiert. Ich frage mich ,ob sich diese Frage selten jemand stellt, dabei ist MTX doch sehr gängig.
Komme mir schon fast etwas spitzfindig vor(-:

MfG

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Hallo Kollege Schultze,
Habe nur 2 Fälle gehabt. Einen 78jährigen mit Z.n. Aortenklappenersatz und einer 70jährigen, welche an einen CTS operiert wurde. Beide mit sehr aggresiven Formen der Arthritis. Der Mann i.B. mit 15 mg MTX und die Frau mit 10mg/wo. Bei der Frau wurde die bisherige Medikation ohne Pause fortgesetzt und die OP Wunde verlief komplikationslos. Bei dem Patienten wurde aus Furcht vor einer Wundheilungsstörung von den Herzchirurgen den MTX 6 Wo. lang pausiert. Ich weiß nicht was besser gewesen wäre. Wir hatten ihn danach mit hochdosierten Steroiden unter anderen behandeln müssen, um seine Arthritis wieder einigermassen in Griff zu kriegen. Die OP Wunde brauchte ein bißchen länger als bei "Gesunden", es trat aber trotz Steroiden und MTX keine sonst. Komplikation auf. Die Symptome der Arthritis erreichten aber nach ca. 6 Mo. den Stand vor OP.
Ich kann nach dieser Erfahrung das Absetzen bei bestimmten Patienten nicht empfehlen. Ich stellte den Rheumatologen den Fall vor. Danach war ich nicht schlauer.
Übrigens wundert mich nicht, dass die Chirurgen sich oft keine große Gedanken über die Vormedikation ihrer Patienten machen. Und was chronische Erkrankungen mit langwirkenden Medikamenten betrifft, erst der Nachsorge-Arzt, oft "nur" der Hausarzt, hat mit solchen Problemen zu tun.
MfG

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Intensivmedizin, Notfallmedizin

Liebe Kollegin Bobbert,
Das ist sehr interessant, vielen Dank. Also muss man wie immer abwägen, hat aber einen Spielraum.
Mich wundert´s auch nicht wirklich (-:

MfG

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie, Allgemeinmedizin

Hallo Herr Kollege,
im Rahmen meiner kinderchirurgischen Tätigkeit habe ich gelegentlich Patienten, welche aufgrund einer juvenilen idiopathischen Arthritis mit MTX behandelt werden. Perioperativ setzen wir bei diesen nach Kinderrheumatologischer Empfehlung eine Gabe aus. Darunter fanden wir keine auffälligen Wundheilungsstörungen, jedoch ist der jugendliche Organismus natürlich ein etwas anderer Fall.
Viele Grüße, Stephanie Führer

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Sehr geehrter Herr Schultze,

als operativ tätiger Orthopäde und Rheumatologe, kann ich von vielen Knie-, Hüft- und auch OSG Prothesen berichten, die trotz Weiterführung von MTX (5 bis 25 mg)keine erhöhte Wundheilungsstörung zeigten. Auch die Studienlage bestätigt das. Ich fürchte da eher den Rheumaschub, den man durch Absetzen riskiert. Worauf auch geachtet werden muss, ist, dass unter Kortisontherapie die Dosis p.o. erhöht und almählich auf die präop. Dosis reduziert werden muss.
Also: MTX nicht absetzen, Kortisonstoßtherapie perioperativ!
MfG

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04