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Krebs durch Cannabis? Wie sind Ihre Erfahrungen?

Dr. ...
Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie
Bewertung:


Krebs durch Cannabis? Wie sind Ihre Erfahrungen?

Hallo!

Cannabinoide, vor allem rauchend konsumiert, gehören mittlerweile zu den geduldeten Drogen in Deutschland, wenn auch sicher mit regionalen Unterschieden.
Gerade unter Jugendlichen wächst die Zahl jener die schon mal "gekostet" haben und jener der praktisch täglich konsumieren gleichermaßen.
Genauso wächst die Zahl der Aussagen über eine mögliche Cancerogenität im populärwissneschaftlichen Bereich. Jedoch ist die wirkliche Evidenzlage spärlich.
Welche wirklichen Argumente haben wir denn in der Hand, um Patienten das "Kiffen" auszureden? Derzeit kann ich eigentlich nur sagen, daß es ja prinzipiell zumindest nicht besser als Rauchen sein kann.

Kennen Sie Publikationen zu oder wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Thema?

Viele Grüße!

Diskussion

6 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 68 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Arbeitsmedizin

Die Konzentration der heute verfügbaren THC-Präparate ist im Vergleich zu denen der 7-er Jahre um ein vielfaches angestiegen. Damit einher geht die Erkenntnis, dass gerade THC zu einer höheren Rate an Drogen-induzierten Psychosen führt. Die Kanzerogenität ist durch die Applikation, nämlich die Inhalation wie bei Nikotin, bedingt.

Dr. ...Dr. ...
Arbeitsmedizin

Natürlich 70-er, nicht 7-er Jahre, sorry!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Ich habe gehört, daß die Kanzerogenität eventuell um ein etliches höher als beim Rauchen ist, allerdings nicht aus sicheren Quellen. Wissen Sie etwas dazu? Viele Grüße!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Arbeitsmedizin

Die Inhalationstiefe ist wesentlich höher als beim Zigarettenrauchen, der Rauch verbleibt auch länger in den tiefen Lungenabschnitten, so dass insofern von einer höheren Schädigung auszugehen ist.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Arbeitsmedizin

Synthetisches Cannabinol ist in Deutschland zur medizinischen Anwendung als Dronabinol zugelassen. Außerdem kann das Medikament Marinol aus den USA importiert werden. Diese Art der Anwendung ist sicher zu bevorzugen!

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Dann sollen die Schmerzpatient Cannabinoide bitte nicht Rauchen, sondern sie als Tee oder Plätzchen genießen.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Die Frage ist wissenschaftlich unklar und auch nur schwer zu klären, weil Tabak über 300 Inhaltsstoffe (Nikotin ist demnach nicht das Problem) hat, Haschisch mit diversen Streckmitteln und auch Pflanzenschutzmitteln versetzt ist.
Es gibt zu viele Kandidaten für eine Kanzerogenese.

Ich habe bei einem Konsumenten neben THC auch ein in Pflanzenschutzmitteln verwendetes Organophospat nachgewiesen, eine improvisierte Untersuchung einer Haschischprobe hat den Ursprung bestätigt. Leider wurde eine wissenschaftliche Aufarbeitung wegen rechtlicher Hürden von Labormedizininern als nicht möglich eingestuft, von Rechtsmedizininern kam eine Absage mit dem Hinweis "wir wollen doch keine Qualitätskontrolle für Dealer machen".

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Schon komisch! Da be-oder vergiften sich Großteile unserer vor allem jüngeren Bevölkerung, und eine genauere Evaluierung des Risikos scheitert an rechtlichen Hürden und zweifelhaften Begründungen.
Man muß ja nicht dem einzelnen Dealer eine Analyse liefern.

Wie soll denn sinnvolle Aufklärung ohne Kenntnis des Risikos geleistet werden..?

Ihr Engagement in dem Einzelfalle spricht aber lobend für Sie, Herr Sievers!

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Pulmologie, Kinder- und Jugendmedizin, Naturheilkunde

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
thc, cannabis, marihuana, gras, kiffen, tetrahydrocannabinol

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23