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Konflikt zwischen optimaler Behandlung und Rabattv...

Dr. ...
Dr. ...
Allgemeinmedizin
Bewertung:


Konflikt zwischen optimaler Behandlung und Rabattverträgen der Kassen

Wie lösen Sie die vielfältigen Probleme mit den Rabattverträgen der einzelnen Kassen? Ein Patient soll anstelle seines bisherigen Generikums ein Generikum einer anderen Firma mit Rabattverträgen seiner Kasse bekommen. Er verträgt aber das neue Medikament nicht. Wie soll ich mich verhalten?

Diskussion

6 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 24 Ärzte verfolgen diese Diskussion

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Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Grundsätzlich sollten Sie die Therapieentscheidung behalten, das heißt, jede Verordnung bekommt bei mir ein aut idem Kreuz vorgesetzt. Wenn mir die Qualität, die Verträglichkeit und die Darreichungsform des Präparates zusagt, spreche ich mit meinem Patienten darüber und berücksichtige, soweit mir nachvollzierbar auch einen Rabatt-Vertrag, nicht jedoch von der AOK, da das völlig undurchsichtig ist. Bei mir vor Ort hat die D-BKK den Hauptanteil der Versicherten und einen R-Vertrag mit Aliud (AL) und Merck-Dura geschlossen, so daß hier eine gute Übersicht besteht und die Patienten bei Verordnung dieser beiden Firmen generell von Zuzahlungen befreit sind. Ansonsten suchen Sie sich ein Präparat oder verordnen es weiter, wenn dieses in etwa im unteren Preisdrittel liegt. Bei Unverträglichkeit des " neuen" Präparates evtl. eine kleine Notiz und Weiterverordnen des bisherigen Präparates mit aut idem-Kreuz. Sollten Sie mal wegen irgendwelcher Probleme bei der Medikation eines Patienten vor einem Zivilgericht stehen, wird sie jeder Richter danach fragen, warum Sie auf die Therapieentscheidung verzichtet haben.
Haben Sie Rückrat und kreuzen sie aut idem an. Bei einer Akutmedikation, wie z. B. einem Penicillin, verzichte ich im Notdienst schon einmal darauf.
Wie die Rabatte später einmal verechnet werden, weis bis heute kein Mensch. Da die Rabatte teils nach Umsatzmengen gewährt werden, sind korrekte Zahlen bei Regressen wohl kaum von den Kassen zu bekommen. Auch könnten im Verlauf des Vertrages andere Firmen mit ihren Präparaten günstiger werden als die bisherigen Vertragsrabatte.
Discender

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Es gibt von der AOK eine Liste, auf der ALLE Firmen und Rabattmedikation nachzulesen ist -das ist eine übersichtliche DIN A4 seite! Warum Kollege "Discender" gerade diesen Vertrag nicht berücksichtigt der die D-BKK umsetzt ist nicht nur inkonsequent sondern auch nicht nachvollziehbar.
Was ein Richter bei einem möglichen zivilvgericht stellen würde- wissen vorab nicht mal Juristen -oder ist Discender noch Jurist mit entsprechender Erfahrung in zivilprozessen. Eines ist aber sicher ! wird aut idem angekreuzt - haftet der Arzt voll für diese Verordunung im Falle einers Verfahrens weg.unwirtschaftlicher Verordung (sollte für diese Verordung ein Rabatt -vertrag bestanden haben -denn mit dem aut- idem kreuz, umgeht man ja die Ratattregelung) ---- -Ich verordne schon lange Generika- überigends genausogut verträglich -seit Jahren - Rabattverträge setzten Apotheker um ! In Zeiten der Mangelverteilung in undserem Gesundheitssystem, ist nicht einzusehen warum jetzt AL abgebeben wird und nicht HEXAL- oder der Patient jetzt von ABC Pharma sein Metformin bekommt und nicht mehr von BASCIS ect. Die Zulassungsverfahren und die qualität dieser medikamente sind alle gleich . Wir Ärzte könnten Millionen einsprahen die UNS auf der anderen Seite ständig weggekürzt werden. Ich verstehe die ganze Debatte um die Rabattverträge nicht. Ich verordne nach bestem Wissen und Gewissen .. wer spricht mir da meine Therapiefreiheit ab ?

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Urologie

Man kann auch Generika verordnen, die nicht auf einer dieser ominösen Rabattlisten stehen. Und wenn man dann sein Medikamentenbudget nicht über schreitet, kommt auch kein Prüfer.

Ich bin nun einmal überzeugter von kleinen Generika-Firmen, die obendrein auch noch trotz ihrer nur geringen Firmengröße Weiterbildung etc unterstützen als von irgendwelchen Riesen, die gute Besserung oder ähnliches durch tägliche Werbung auf allen Fernsehkanälen versprechen.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Ich setze das Kreuz vor dem aut idem nie, weil ich mich nicht zuständig fühle für die sozialen Strukturen in der BRD. Das (unser) Knowhow in der Sozialpolitik nicht gefragt ist, hat man uns 2006 nur zu deutlich gezeigt. Mein soziales Engagement besteht in den 30% meiner Arbeit, die ich nicht bezahlt bekommen. Das verdiente Geld investiere ich lieber in den Arbeitsplatz meiner Helferinnen und die Ausbildung meiner Kinder.
Seit 2004 sind die GKVen auf eigenes Betreiben in der pole-position und die ärzte haben bestenfalls noch Prokura. Deshalb müssen die Patienten, die nachweislich kaum eine Vorstellung von den Kosten im Gesundheitssystem haben (- und auch kaum ein Interesse!), lernen, daß es gute und schlechte Versicherungen gibt und daß es ein Bundesgesundheits-ministerium gibt, das bestimmte Entwicklungen (zB. Praxisgebühr, neue EBM) bis ins Detail vorschreibt. Das Rund-rum-sorglos-Paket, daß die GKven so gerne publizieren, können die Versicherten dann mit den SoFAs ihrerer Versicherung diskutieren. Vielleicht merken sie dann irgendwann, daß sich die "Service-Center" aus Leistungen finanzieren, die den Beitragszahlern vorenthalten werden.
Es wird Zeit, daß die niedergelassenen Ärzte begreifen, daß sie nicht mehr als Robin-Hood soziale Leistungen verteilen können, sondern selber (bereits seit Anfang der 90ger-Jahre) auf der Abschußliste von Versicherungen und Politik stehen.
Auch die Lippenbekenntnisse zum Hausarztmodell sind m.E. nur als Übergang gedacht, bis alternative Strukturen (MVZ, Krankenhausambulanzen) diese renitenten Einzelkämpfer der menschelnden Basisversorgung ersetzen können.
Übrigens fällt mir bei einigen Patienten auf, daß sie grundsätzlich gar kein Präparat ausser dem gewohnten Original vertragen und man irgendwie den Eindruck einer Besitzstandswahrung hat. Oft haben diese Menschen auch sonst irgendwo gewisse zwanghafte Komponenten.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Ich wende beides an: bei "schwierigen Patienten" verordne ich aut idem mit dem Ergebnis, dass sich die Apotheke meldet und oft nicht liefern kann, oder ich kreuze nicht an; dann droht dem Patienten, dass eine Tablette evtl. nicht teilbar ist oder dass er ständig andere Firmen erhält. Beides ist mit einem erheblichen Aufwand an Zeit und manpower verbunden.

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Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Praxismanagement, Allgemeines

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
generikum, rabattverträge

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23