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Heparinisierung in der Marcumarpause (Operativer E...

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für Zahnmedizin
Bewertung:


Heparinisierung in der Marcumarpause (Operativer Eingriff)

Es gibt hierzu keine wirklich sichere Rechtsgrundlage. Verschiedene Anbieter von Heparinen geben uns in der Praxis divergierende Informationen.
Ich würde gerne mit Arixtra arbeiten, da ich dann nicht ständig, zum Teil durch Hausbesuche, die Thrombozyten kontrollieren müsste. Welche Dosierung muss ich wählen. Ich hatte letztens einen coronaren Stentverschluss bei Arixtra 2,5 mg, welches mir von der Pharmareferentin in der Marcumarpause empfohlen wurde.

Diskussion

2 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 170 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Bei ARIXTRA handelt es sich um ein Heparin-Analogon mit angeblich selektiver Faktor Xa-Hemmung, was möglicherweise im operativen Bereich als Thromboseprophylaxe mit weniger Komplikationen, sprich Blutungen, als vergleichbares NM-Heparin z.B.CLEXANE 40 1x1 behaftet sein soll. Bei dieser Indikation soll es jedoch nicht vor der OP, sondern erst nach Einsetzen der Hämostase (ca. 6 Std. post-OP) gegeben werden. Im Zusammenhang mit einer Marcumarpause wegen eines Eingriffes bei evtl. vorliegender KHK,Arrhythmia abs.,AVK u.Ähnlichem, wo die arterielle Seite des Gefäßsystemes zu schützen ist, sollte man sich vorerst auf das verlassen, womit man selbst gute Erfahrungen gemacht hat, wie ich z.B. mit Clexane 40 1x1 bis ca. 80 kgKG, darüber hinaus auch höher. Das führe ich auch bei hochgradigen Risikopatienten durch die bisher nur ASS 100 oder Clopidogrel bekamen und diese absetzen müssen. Auch bei ARIXTRA 2.5 oder höher müssen sie mit einer Thrombopenie rechnen, also im Zweifelsfall auch das Blutbild kontrollieren. Trotz der NM-Heparingaben kann jedoch im ungünstigen Fall auch ein Gefäßverschluß auftreten, wie dies auch unter Marcumar möglich ist. Nur man versucht das Risiko davor zu reduzieren.
Discender

3 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Ergänzung: für das sogenannte "Bridging" ist kein einziges NMH zugelassen! Wir bewegen uns daher im sog "Off-Label". Fondaprainux ist fürs Bridging eher schlecht geeignet. Wir raten zum NMH, wobei die Dosierungsangaben am besten dem Vorschlag von Spannagel zu entnehmen sind. Unbedingt unterstütze ich die ANsicht, sich an "gewohnte" NMH zu halten. Btgl Enoxaparin habe ich die Anmerkung, dass dieses - weil sehr kleine Molekül - eine erhebliche Kumulationsgefahr insbeondere bei mutltimorbiden, alten und sehr reduzierten Patienten darstellt. Daher sollte man regelhaft VOR dem EInsatz die Kreatininclearance nach der Cockroft-Formel ermitteln und entweder die Dosis je nach Ergebnis reduzieren oder auf eine Enoxaparin-Alternative wechseln, die nicht kumuliert.

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23