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CCT mit großzügiger Indikation

Dr. ...
Dr. ...
Kardiologie, Pulmologie
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CCT mit großzügiger Indikation

Patientin, 67j, bekannter Hypertonus, bekannter Diabetes mit plötzlich einsetzenden Kopfschmerzen. Vor allem Hinterkopfbereich mit Steifigkeit im Hals. Bei Aufnahme hypertensive werte über 200/100. Auf Bayotensin sowie Nitro ( + reguläre Einnahme von HCT, Blopress und Ramipril) keine Senkung. Auf Ebrantil i.v. schliesslich Senkung des BD auf 165/70 möglich (1 1/2 Amp). Halssteifigkeit und Kopfscherz kaum noch nachweisbar - schon seit Aufnahme.

Nun meine Frage: Soll zur Sicherheit trotzdem ein CCT durchgeführt werden - Ausschluss SAB oder ist die Symptomatik genug mit der Hypertension erklärlich?

Diskussion

12 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 130 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Wenn die Patientin neurologisch komplett unauffällig ist und keine Kopfschmerzen mehr beklagt, würde ich keinen CCT machen. Ein rascher RR-Anstieg begleitet sich oft von Kopfschmerzen.

Dr. ...Dr. ...
Kardiologie, Pulmologie

Vielen Danke für die rasche Antwort.
MfG

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Ich sehe diese Art Kopfschmerz eher als Zervikocephalgie mit dem Blutdruckanstieg als Reaktion auf die Schmerzsituation und insbes. auch aufgrund des geringen Ansprechens auf den Ca-Antagonisten und das Nitro; wie Sie selbst angeben sind bei Aufnahme und RR von 200/100 mmHg die Halssteifigkeit und auch der Kopfschmerz klinisch nicht mehr bedeutend. Bei fehlender neurologischer Begleitsymptomatik u.evtl.Rücksprache mit dem Hausarzt über bereits bekannte ähnliche Ereignisse bzw. HWS-Veränderungen o.Ä., was die Symptomatik erklären könnte, ist sicherlich kein Akut-CT erforderlich, sollte bei fehlenden Kausalitäten jedoch ergänzt werden.

Dr. ...Dr. ...
Neurochirurgie

Nach etwas profunderen Grundsätzen wäre im vorliegenden Fall eine "Bloodpool-" cerebrale MR-Untersuchung in einer geeigneten Anlage zu fordern. Mit einem Ergebnis nach schon 15 min kann dann eine weitere Therapieplanung erfolgen, die nicht auf spekulative diagnostische "Erfahrungswerte" gebaut werden muß. Manchmal ist eine Nutzung auch modernerer Mittel tatsächlich sinnvoll.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Nach meiner Meinung sollte eine SAB auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Die dazu geeignete Methoden sind heut zu Tage das CT oder MRT.
Nachlassender Meningismus nach RR-Senkung und Schmerzlinderung gibt es immer mal wieder. Davon sollte man sich irre leiten lassen.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ein CT reicht NICHT zum Ausschluss einer Blutung. Wenn es negativ ist brauchen Sie trotzdem eine Punktion. Also Vorsicht!

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Ich denke auch, das ein MR mit MR-Angio gemacht werden sollte, wenngleich der Hypertonus erhebliche Kopfschmerzen verusachen kann. Das plötliche Einsetzen könnte für eine SAB sprechen.

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Wäre schön, wenn wir erführen was ihr beim o.g. Patienten gemacht hat!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Radiologie

In dieser Situation "Halssteifigkeit und Kopfscherz kaum noch nachweisbar", d.h. zwar gering aber nachweisbar wäre die einzige Indikation zur Bildgebung der Ausschluss einer SAB, die zugegeben unwahrscheinlich ist. Eine MRT würde für diese Fragestellung keinen Vorteil haben, lange dauern, möglicherweise bei Patientenbewegung auch nicht sehr diagnostisch sein und natürlich teuer. Dies gilt nicht, wenn irgendeine Art von Neurologie auftritt, dann ist in der Akutsituation die MRT überlegen.

Interessant wäre die weitere Entwicklung zu erfahren?

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Meiner Ansicht nach sollte schon aus forensischen Gründen in jedem Fall eine CCT durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es SAB, bei denen die Patienten klinisch völlig unauffällig sind (insbesondere dann, wenn es sich um eine Warnblutung handelt). Die CCT ist unter dieser Fragestellung der MRT vorzuziehen (schneller, einfacher durchzuführen und kostengünstiger).
Bei dieser Klinik sollte übrigens nicht nur an eine SAB gedacht werden. Differentialdiagnostisch kommt auch eine Vertebralisdissektion in Betracht!!!

Dr. ...Dr. ...
Kardiologie, Pulmologie

Liebe Kollegen,
wir haben in diesem konkreten Fall kein CCT durchgeführt. Die Aufnahme erfolgte, die Patientin wurde beobachtet, es setzten keine Kopfschmerzen mehr ein und der Blutdruck wurde suffizient eingestellt. Die Patientin blieb neurologisch unauffällig.
Entschuldigen Sie die späte Antwort.

Ich bedanke mich für die zahlreichen Antworten und werde sie beim nächsten derartigen Fall berücksichtigen.
mfg

Dr. ...Dr. ...
Neuroradiologie, Neurologie

Nach meiner Meinung sollte nicht mehr zu machen . Wenn die Patientin neurologisch komplett unauffällig ist und keine Kopfschmerzen mehr beklagt hatte ich keine zu tun.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Neurologie

CCT schon aus Haftungsgründen erfoderlich

Dr. ...Dr. ...
FA für Radiologie

Die Fragen ist sind:
Wie hoch oder niedrig ist aufgrund der Klinik die Vortestwahrscheinlichkeit, dass der Patient eine SAB hat? Ist man als klinisch tätiger Kollege bereit das Restrisiko einzugehen und verzichtet auf eine Bildgebung in Akutfall?
Was sagen die Leitlinien (falls evidenz basiert)?
Was sagt das SGB V §14 (notwendig/wirtschaftlich effizienz)? Was sagt die Rechtsprechung dazu?
Eigentlich helfen nur statistsche Daten der Evidenz basierten Medizin!

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Neurologie, Radiologie allgemein

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
sab, hypertensive entgleisung, ct

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23