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Benzodiazepinentzugskrampf

Dr. ...
Dr. ...
Kardiologie, Pulmologie


Benzodiazepinentzugskrampf

Wir haben einen Patienten mit massiver Benzodiazepinabhängigkeit und Polytoxikomanie. Er hatte wahllos Durogesicpflaster geklebt und viele Benzos ohne ärztliche Anweisung genommen. Der Patient hatte durch Freunde Zugang zu Medikamenten.
Wir reduzierten die Medikation drastisch und gaben nur sehr reduziert Benzos.
Der Patient, bei dem bis dato noch keine Epilepsie bekannt war hat dann , nach ca 1 Woche angefangen zu krampfen. Zunächst fokal, dann generalisert. Er kam dan in einen Status epilepticus aus dem er tagelang nicht mehr herauskam.

Auf der Intensivestation war er dann fast 2Wochen. Jetzt bekommt er 4 x tgl Tavor und wir schleichen dies über Wochen aus....

Dieser Beitrag soll informieren, welche Gefahren auch in einer drastischen Reduktion von Medikamenten ruhen.
MFG

Diskussion

4 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 43 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Kommt immer wieder vor.
Bei allen Benzodiazepinen, auch bei nicht Polykotoxikomanen, auch bei "low dose", auch bei alten Menschen.
Und im übrigen auch bei Zopiclon und Zolpidem.

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Dennoch ist ein fokaler Beginn der (Entzugs?)Anfälle ungewöhnlich. Es stellt sich die Frage nach einer auslösenden lokalen Hirnpathologie. Empfehle daher Bildgebung mittels MRT unter besonderer Berücksichtigung der Temporomesialregion (Dünnschnitteverfahren).

Ansonsten gibt es in der Tat viele (iatrogen induzierte) Abhängigkeiten die bei einer Dosisreduktion Krampfauslösend sein können, insbesondere von Schlafmittel wie von Herrn Sievers geschildert oder auch z.B. Bromazepam. Viele ältere Damen pflegen und hegen ihre "Low Dose Dependency".

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ich hätte am ehesten gedacht,dass es auf Fentanyl zurückzuführen ist. Wenn man die Benzos absetzt und Fentanyl blebt,reduziert es die Krampfschwelle.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Inwiefern wurden die Medikamente "drastisch" reduziert? Also, wieviel Benzodiazepin hat er genommen und bekam er dann? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Patienten mit Benzoabhängigkeit mit dem Entzug sehr viel besser klar kommen (und auch im Entzug bleiben), wenn man die Dosis anfangs, je nach Ausgangswert, nicht zu niedrig ansetzt. Auch ist die Gefahr eines Krampfanfalles dann geringer.
Ich wüsste auch gerne, wie mit dem Absetzen des Fentanyl umgegangen wurde..?

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23