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Allgemeinmedizin ohne DMP

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie
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Allgemeinmedizin ohne DMP

Mich würde interessieren, ob es Allgemeinärzte gibt, die sich in ihrer Praxis den DMPs konsequent verweigern. Oder ist das ein Ding der Unmöglichkeit, da nicht mitzumachen???

Diskussion

15 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 133 Ärzte verfolgen diese Diskussion
4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Sehr geehrte Frau Hock,
ich bin noch nicht nieder gelassen, will es aber. Ich weiß von einigen Kollegen, die sich konsequent verweigern, aber auch von vielen, die eingeknickt sind. Vor allem, weil die Krankenkassen massiv Druck ausgeübt haben, aber auch, weil die Pat. doch sparen wollen.
Ich denke, es wird an der Zeit, jetzt noch den Widerstand zu intensivieren, sonst wird man uns den Unsinn abpressen.

Gruß DGGG

5 von 5 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Absolut möglich! Wir sparen uns damit viel Ärger, Zeit und Personal! Die Leute sind für eine gute, einlassende Medizin durchaus bereit, die zehn Euro zu zahlen.Und außerdem gibt es da noch die Homöopathie-Verträge....! Die Praxis ist trotz DMP-Verweigerung so voll, daß wir einen Aufnahmestop haben.

1 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Verweigerung ist sicherlich möglich. Aber warum sollte man das tun? Schöner Honorarzugewinn, quartalsweise Patientenbindung. Nur etwas Mehrarbeit durch Ausfüllen der DMP-Formulare (unter einer Minute)!

5 von 7 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Ich verweigere mich allen DMPs und Hausarztverträgen von Anfang an und habe meinen Schwerpunkt seit Jahren auf Akupunktur gelegt: Weniger Papierkram mit medizinisch fragwürdigen Programmen, weniger Patienten, denen meine Arbeit keine 10 Euro wert ist.
Fazit: Verweigern macht Sinn !

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Hallo Kollegen, als in Deutschland ausgebildeter Facharzt fuer Allgemeinmedzin bin ich nun im Ausland taetig. Sich dem DMP zu verweigern ist meines Erachtens nicht noetig, da es oekonomisch zwingend ist. Die Krankenkassen haben einen Informationsvorsprung und damit sind die Aerzte ihren "Kunden" verpflichtet dieses Angebot auch anzubieten, sonst ist der Patient woanders....

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Liebe Kollegen,bis jetzt habe ich mich auch gegen alle diese Verträge gewehrt.Auf d. Patienten wird durch Briefe/Telefonanrufe Druck ausgeübt und ich verliere unmenge Zeit i.d.Sprechstunde meine Weigerung zu begründen.Ich werde die Vorteile/Nachteile noch mal überdenken.

4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Mit dem Morbi-RSA ab Januar 2009 werden die DMP wohl wegfallen.

1 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Hallo!

Dieses DMP scheint sehr umstritten zu sein. Da ich nicht niedergelassen bin hatte ich bisher wenig Kontakt dazu. Was genau ist denn das Problem daran? Prinzipiell klingt es doch ganz sinnvoll die Leute regelmäßiger zum Arzt zu schicken, oder?

Viele Grüße!

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Wir machen keine DMPs und keine Verträge.Wir sind glücklich,
zufrieden und frei.Das merken die Patienten und daher haben
wir keinerlei Verluste,weder an Patienten noch pecuniär.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Danke für Ihre interessanten Kommentare! Ich hoffe, es äußern sich noch mehr Kollegen und Kolleginnen. Was mich persönlich angeht, habe ich - nicht nur, aber vor allem - wegen der unsäglichen aufgezwungenen Bürokratie, die mir den Spaß an der Arbeit vermiest hat, meine Anstellung in einer großen hausärztlichen Gemeinschaftspraxis beendet und den Arztkittel erstmal an den Nagel gehängt (nach vielen Jahren Doppelbelastung, um nicht den Anschluss im Beruf zu verlieren...).

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Hallo Frau Hock,
ich kann Ihren Frust gut verstehen, aber davon sollten wir uns
dennoch nicht so beeindrucken lassen.
Eine gute, auch befriedigende Praxistätigkeit, auch mit zufriedenen Patienten geht auch bei mir ganz klar ohne DMP!!
Man muß nur gegenüber den Patienten auch einen klaren Standpunkt vertreten und das Personal gut informieren.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Moin allerseits,
auch wir haben inzwischen fast keine DMP mehr in unserer Gemeinschaftspraxis. Es gibt noch ein paar "Altlasten" vom Anfang, die mitlaufen, aber neue Patienten werden nicht aufgenommen. Wenn man den Patienten erklärt was der Arzt bekommt, was der Patient bekommt und was die Kasse bekommt, dann sieht das eigentlich jeder ein. Die Barmer hat mal bei mir angerufen und mitgeteilt, dass sie erwägen uns aus dem Hausarztmodel zustreichen, wenn wir nicht beim DMP mitmachen (wörtlich und unverhohlen). Wir haben geantwortet wir würden unseren Patienten dann aktiv zu einem Kassenwechsel raten. Wir ahben nie wieder etwas gehört. Ich glaube, die Kassen spielen sich gern auf, aber echte Macht über den Einzelnen ahben sie letztendlich nicht.

Gruß, Vietor

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

DMP ist für mich ein rotes Tuch. Ich habe mich von Anfang an konsequent verweigert. Es ist eine Zumutung an Bürokratie..und...es soll mir doch keiner erzählen, dass diese Daten vertraulich bleiben. Die diversen DMP sind für mich ein zielgerichteter Weg zum "gläsernen Patienten". Zwar kann man mit dem kleinen Finger keinen D- Zug aufhalten, aber ich verweigere trotzdem.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Ich habe mich von Anfang an geweigert, die Papierkram mitzumachen. Meine Patienten werden bei mir optimal versorgt, auch ohne zusätzliche Kassenbürokratie. Es ist Betrug am Versicherten, der dies alles doch bezahlen muss. Meine BKK-Ahlmann versicherten Angestellten bekamen von Ihrer Kasse ein Angebot für einen Gutschein von Douglas und anderen. Da ist absolut unmoralisch.

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Ich bin eigentlich froh, daß es offenbar noch Praxen gibt, die den DMPs wiederstehen, auch wenn ich in meinem Umfeld und auch aus früheren Beiträgen in diesem Forum entnehmen mußte, daß das Einkaufsmodell der Kassen bei den Kollegen/innen leider auf
fruchtbaren Boden gefallen war. Allein in Aussicht gestellte 25 € reichten aus, um sich bei der Vorstellung des DMP unverzüglich einzuschreiben. Auch der völlig unkritische Umgang mit diesen Programmen hat mich doch fast ein wenig erschreckt. Ich habe, wie auch viele von Ihnen, jegliche DMPs , wie auch die entsprechenden Hausarztverträge (z.B. BEK)mit der versteckten Verpflichtung der DMP-Einschreibung,abgelehnt und eigentlich keinen Pat.nach kurzer Information über meine Gedanken dazu verloren.Insbes. chron.Kranken ist der Arzt des Vertrauens mehr Wert als die eingesparten 10 € und ein dann neuer Arzt. Die Patientenbindung kommt durch das bisherige Pat.-Arzt-Verhältnis zustande und nicht erst durch ein aufgezwungenes Programm, was nur bei denen einen Sinn machen könnte, die sich sowieso nicht verantwortlich um ihre Erkrankung bemühen und somit rasch wieder aus dem Programm ausscheiden würden. Der Kasse wäre es egal,denn sie hätte sich erst einmal die RSA-Zahlung gesichert. Wie schon in einem Beitrag erwähnt, dürfte die RSA-Zahlung in 2009 entfallen und damit auch das Interesse der Kassen.Ich sehe die politische Entscheidung zu solchen Programmen im Zusammenhang mit der gesamten Umstrukturierung in unserem Gesundheitswesen. So bringt man insbes. uns Ärzten schon einmal bei sich von der Kompetenz für den Patienten als Ganzes zu verabschieden und wir nur noch in Teilaspekten zu denken und zu behandeln haben. Der Patient wird darauf getrimmt sich programmorientiert zu verhalten und damit auf immer mehr Individualität zu verzichten. Ferner wird deutlich mit welchen Geld-Beträgen sich Ärzte und auch Patienten steuern lassen. Wenn Kassen schon Call-Center (also auch völlig Fachfremde) dazu beauftragen Patienten zu rekrutieren und dann auch noch zum Arztwechsel auffordern, sollte auch dem "blauäugigsten" Kollegen/in ein Kronleuchter aufgehen und sich auch klar machen, daß die extrabudgetären Euros im Punktwertbereich wieder abgenommen werden. Die Gesamtvergütung bleibt nicht nur gleich, sondern sie nimmt durch Kosten für alle möglichen Maßnahmen der Politik und Kassen, inzwischen immer mehr, trotz abnehmender Arztzahlen und Zunahme des Patientenbedarfs, ab (von 25% der Krankenkassen-Ausgaben für die ambulante Medizin auf jetzt 15%).

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

vielen Dank DISCENDER, das war ein wahres, klares und mutiges Wort

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Allgemeinmedizin

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dmp, verweigern

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23